Sicherer Rettungsdienst

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Psychosoziale Unterstützung

01 | Informationen

Die „psychosoziale Unterstützung“ für Einsatzkräfte des Rettungsdienstes

Einsatzkräfte der Rettungsdienste sind manchmal Situationen ausgesetzt, die traumatisierend wirken können. Manchmal sind es auch die Erlebnisse mehrerer Einsätze, die die Seele verletzen. Die „psychosoziale Unterstützung“ (PSU) hilft den Einsatzkräften deshalb dabei, belastende Eindrücke zu verarbeiten.

 

Rechtliche Grundlagen

Die gesetzliche Grundlage für die Erfassung psychischer Gefährdungen wird in § 5 Arbeitsschutzgesetz beschrieben. Danach muss in jedem Betrieb eine Gefährdungsbeurteilung über die verschiedenen Belastungen bei der Tätigkeit durchgeführt werden. Seit der Novellierung des Arbeitsschutzgesetzes 2013 wurden explizit die psychischen Gefährdungen in den Belastungskatalog aufgenommen. Um die Beschäftigten vor psychischen Gefährdungen zu schützen, müssen sie systematisch erfasst und analysiert werden, damit geeignete Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt werden können. Dazu zählen z. B. Fortbildungen zur Verbesserung der Widerstandskraft (Resilienz), ebenso wie die Organisation der PSU (psychosoziale Unterstützung), um die Folgen von belastenden Einsätzen zu verarbeiten.   

Die Teams rekrutieren sich aus verschiedenen Gruppen. Es gibt Fachberater Seelsorge, speziell ausgebildete Rettungskräfte und/oder örtliche PSU-Teams.

Am Institut der Feuerwehr in Münster, bei Hilfsorganisationen wie z. B. ASB, Malteser, Johanniter, können sich geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und kirchliche Vertreter zum „Fachberater Seelsorge“ schulen lassen. Sie bilden vor Ort die sogenannten PSU-Teams. Sollten Einsatzkräfte im Ernstfall Stressreaktionen über das normale Maß hinaus zeigen, können die Mitglieder dieser Teams psychologische Sofortmaßnahmen ergreifen, indem sie z. B. Gespräche anbieten.

In vielen Fällen helfen intensive Einzel- oder Gruppengespräche, um Erlebnisse psychisch zu verarbeiten. Die geschulten Kräfte erkennen aber auch, wann ihre Hilfe nicht mehr ausreicht und professionelle psychotherapeutische Unterstützung notwendig ist.

Schlafstörungen, Reizbarkeit, Flashbacks, mangelnde Konzentration oder depressive Stimmung weisen manchmal erst nach einiger Zeit darauf hin, dass Betroffene an einer „posttraumatischen Belastungsstörung“ (PTBS) leiden.

Es ist deshalb dringend notwendig, Einsatzkräfte auf schwere seelische Belastungen vorzubereiten und sie während und nach einem Einsatz psychologisch zu betreuen – dies haben schwere Katastrophen, wie das ICE-Unglück in Eschede, gezeigt. Beim Umgang mit traumatischen Erlebnissen leistet die PSU wertvolle Hilfe.