Desinfektionsbereich 🔈

RW Desinfektionsbereich 🔈

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Da die TĂ€tigkeit im Rettungsdienst (KTW, RTW, NEF) als infektionsgefĂ€hrdende TĂ€tigkeit eingestuft wird, unterliegt sie der Biostoffverordnung bzw. als DurchfĂŒhrungsbestimmung der Technischen Regel fĂŒr Biologische Arbeitsstoffe „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“ (TRBA 250).

Die Richtlinie des Robert Koch-Instituts (RKI), „Richtlinie fĂŒr Krankenhaushygiene und InfektionsprĂ€vention“ kann ebenfalls als Hilfestellung zur Ermittlung geeigneter Schutzmaßnahmen hinzugezogen werden. Das „Reinigen und Desinfizieren kontaminierter FlĂ€chen und GegenstĂ€nde“ wird nach der TRBA 250 der Schutzstufe 2 zugeordnet. Schutzmaßnahmen bei TĂ€tigkeiten der Schutzstufe 2 sind unter der Ziff. 4.2 in der TRBA 250 aufgefĂŒhrt.

Krankentransport und Rettungsdienst ist nach der verfassungsmĂ€ĂŸigen Ordnung LĂ€ndersache und dort durch eigene Gesetze geregelt. [...] Die Richtlinie fĂŒr Krankenhaushygiene und InfektionsprĂ€vention enthĂ€lt keine bereichsspezifischen Empfehlungen fĂŒr den Rettungsdienst. [...] Es können aber Empfehlungen immer dann herangezogen werden, wenn deren Aussagen fĂŒr den Rettungsdienst relevant sind, denn die Richtlinie formuliert Empfehlungen fĂŒr alle Einrichtungen im Gesundheitswesen 792

Es ist ein Reinigungs- und Desinfektionsraum vorzusehen, der lĂŒftbar sein muss und nicht zu anderen Zwecken genutzt werden darf. Aufgrund der Infektionsgefahr muss dieser Raum direkt von der Fahrzeughalle zugĂ€nglich sein.

Bei der Reinigung und Desinfektion ist geeignete Schutzkleidung zu tragen. Informationen zur InfektionsprĂ€vention bei der Reinigung und Desinfektion sind in der Schrift „Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von FlĂ€chen“, Empfehlung der Kommission fĂŒr Krankenhaushygiene und InfektionsprĂ€vention beim Robert Koch-Institut (RKI), enthalten. Den BeschĂ€ftigten sind leicht erreichbare HandwaschplĂ€tze mit fließendem warmem und kaltem Wasser, Spendern fĂŒr Hautreinigungsmittel und EinmalhandtĂŒchern zur VerfĂŒgung zu stellen (TRBA 250, Ziffer 4.1.1).

Die Handwaschbecken sind mit Armaturen auszustatten, die ohne HandberĂŒhrungen zu bedienen sind. OberflĂ€chen (Fußböden, ArbeitsflĂ€chen, OberflĂ€chen von Arbeitsmitteln) mĂŒssen leicht zu reinigen und bestĂ€ndig gegen  verwendete Reinigungsmittel und gegebenenfalls Desinfektionsmittel sein (TRBA 250, Ziffer 4.1.4).

Bei der Aufbereitung von kontaminiertem Material sind die Eingabeseite (unreine Seite) und Ausgabeseite (reine Seite) analog zu einer Zentralsterilisation rĂ€umlich oder organisatorisch voneinander zu trennen. Die Eingabeseite ist so zu bemessen, dass das aufzubereitende Gut kurzzeitig gelagert werden kann. Vor dem Verlassen der unreinen Seite ist die Schutzkleidung abzulegen, und die HĂ€nde sind zu desinfizieren (TRBA 250, Ziffer 5.4.4). Sofern mit Blut, Sekreten und/oder GewebestĂŒcken kontaminierte Instrumente einer mechanischen Vorreinigung unterzogen werden, bei der es zu einer Aerosolbildung kommt (z. B. Luft oder Wasser aus Druckpistolen), ist eine geeignete Arbeitsplatzabsaugung vorzusehen (TRBA 250, Ziffer 5.4.4).

WĂ€sche, die bei TĂ€tigkeiten der Schutzstufe 2 oder 3 anfĂ€llt, ist unmittelbar im Arbeitsbereich in ausreichend widerstandsfĂ€higen, dichten und eindeutig gekennzeichneten BehĂ€ltern zu sammeln. WĂ€sche, die einem besonderen Waschverfahren (z. B. desinfizierend waschen) zugefĂŒhrt werden muss, muss getrennt von der restlichen WĂ€sche gesammelt werden, ebenso mit KörperflĂŒssigkeiten durchnĂ€sste WĂ€sche. Fremdkörper sind vor dem Abwurf der WĂ€sche zu entfernen. Falls grĂ¶ĂŸere Mengen gefĂŒllter WĂ€schesĂ€cke vorĂŒbergehend gelagert werden mĂŒssen, ist hierfĂŒr ein besonderer Raum oder ein BehĂ€lter, der feucht zu reinigen ist, zur VerfĂŒgung zu stellen (TRBA 250, Ziffern 5.5.1 und 5.5.2).

Wird die Persönliche SchutzausrĂŒstung (PSA) durch das Personal der Rettungswache selbst gewaschen und wiederaufbereitet, so sind zwingend die Vorgaben des RKI zu erfĂŒllen (siehe hierzu: Anlage zu den Ziffern 4.4.3 und 6.4 der Richtlinie fĂŒr Krankenhaushygiene und InfektionsprĂ€vention – „Anforderungen der Hygiene an die WĂ€sche aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes, die WĂ€scherei und den Waschvorgang und Bedingungen fĂŒr die Vergabe von WĂ€sche an gewerbliche WĂ€schereien").

Kontaminierte Persönliche SchutzausrĂŒstung ist grundsĂ€tzlich vom Arbeitgeber aufzubereiten.


AbfĂ€lle sind wie in der TRBA 250 unter Ziffer 5.6 dargestellt einzusammeln und zu entsorgen. „Die Abfallsatzungen der Kommunen und die speziellen Anforderungen an die Abfallentsorgung fĂŒr ... Einrichtungen des Gesundheitswesens bleiben dabei zu beachten. Es ist daher sinnvoll, sich bei der Gewerbeabfallberatung der örtlichen Gemeinde ĂŒber die speziellen ModalitĂ€ten der Abfallentsorgung zu informieren“.

Spitze und scharfe AbfĂ€lle („Sharps“) (AS 180101) sowie mit Blut, Sekreten bzw. Exkreten behaftete AbfĂ€lle (AS 180104) und andere AbfĂ€lle (AS180203), die als „nicht infektiös“ und „nicht gefĂ€hrlich“ eingestuft wurden, sind unmittelbar am Ort ihres Anfallens in sicher verschlossenen BehĂ€ltnissen zu sammeln und ohne UmfĂŒllen oder Sortieren zur zentralen Sammelstelle zu befördern. Die AbfĂ€lle dĂŒrfen auch an der Sammelstelle nicht umgefĂŒllt oder sortiert werden (TRBA 250, Ziffer 5.6.4).

Folgende Abfallarten sind in reißfesten, feuchtigkeitsbestĂ€ndigen und dichten BehĂ€ltnissen zu sammeln und ohne UmfĂŒllen oder Sortieren in geeigneten, sicher verschlossenen BehĂ€ltnissen zur zentralen Sammelstelle zu befördern.

  • Körperteile, OrganabfĂ€lle, gefĂŒllte BehĂ€ltnisse mit Blut und Blutprodukten (AS 180102)
  • AbfĂ€lle, die mit meldepflichtigen Erregern behaftet sind, wenn dadurch eine Verbreitung der Krankheit zu befĂŒrchten ist (AS 180103*)
  • AbfĂ€lle, an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionsprĂ€ventiver Sicht besondere Anforderungen gestellt werden (AS 180202*)

Eine Kontamination der Außenseite der SammelgefĂ€ĂŸe ist in jedem Falle zu vermeiden. Falls dennoch Kontaminationen vorkommen, sind geeignete Desinfektionsmaßnahmen vorzunehmen.

AbfĂ€lle, die mit meldepflichtigen Erregern behaftet sind, wenn dadurch eine Verbreitung der Krankheit zu befĂŒrchten ist (AS 180103*), und AbfĂ€lle, an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionsprĂ€ventiver Sicht besondere Anforderungen gestellt werden (AS 180202*), dĂŒrfen nur in vom Robert Koch-Institut zugelassenen Desinfektionsanlagen zerkleinert und erst danach gegebenenfalls verdichtet werden (TRBA 250, Ziffer 5.6.5).

GerĂ€te, die mit biologischen Arbeitsstoffen kontaminiert sind oder sein können, mĂŒssen vor Instandhaltungsarbeiten – soweit möglich – gereinigt und desinfiziert werden. Erst danach darf eine Arbeitsfreigabe erfolgen. Ist eine Desinfektion nicht oder nicht ausreichend möglich, ist eine spezielle Arbeitsanweisung mit den erforderlichen Schutzmaßnahmen notwendig.

FĂŒr alle Arbeitsbereiche in der Rettungswache sind entsprechend der InfektionsgefĂ€hrdung Maßnahmen zur Desinfektion, Reinigung und gegebenenfalls Sterilisation sowie zur Ver- und Entsorgung schriftlich festzulegen und zu ĂŒberwachen.

Dazu sind ein Hygieneplan und ein Hautschutzplan aufzustellen.

Stand: 11/2022
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