Steuerung und Ergonomie von Multikoptern (Drohnen) 🔈

RW Steuerung und Ergonomie von Multikoptern (Drohnen) 🔈

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Die Steuerungsfunktionen fĂŒr Multikopter mĂŒssen sicherheitsgerichtet ausgefĂŒhrt sein, zum Beispiel durch SelbstĂŒberwachung und/oder Redundanz. Gleichzeitig muss die Funkfernbedienung ĂŒber ein Sender-EmpfĂ€nger-System verfĂŒgen, das Störungen, z. B. durch andere Sender, unterbindet.

Die fĂŒr den eingesetzten Multikopter maximal mögliche Reichweite der Funkfernsteuerung (Senderreichweite) muss der Bedienungsanleitung des Herstellers entnommen und beachtet werden. Die nutzbare Reichweite wird z. B. durch örtliche, einsatzspezifische oder geografische EinflĂŒsse bestimmt und kann erheblich unter den Angaben des Herstellers liegen.

Um UnfĂ€lle durch außer Kontrolle geratene Multikopter zu vermeiden, mĂŒssen gewerblich eingesetzte Systeme qualitativ hochwertig gefertigt sein und ĂŒber selbsttĂ€tig wirkende Stabilisierungs- und Notfallsysteme verfĂŒgen.

Um die Beanspruchung fĂŒr Bedienpersonen von Multikoptern so gering wie möglich zu halten, sind insbesondere nachfolgende Einflussfaktoren zu beachten.

Durch dauerhafte oder sehr hĂ€ufige Auslenkung des Kopfes kommt es zu hohen Belastungen fĂŒr die HalswirbelsĂ€ulenmuskulatur. Auslenkungen nach oben bzw. unten oder durch Neigen des Kopfes nach links und rechts können als Zwangshaltungen zu schmerzhaften Verspannungen der Muskulatur fĂŒhren und somit Verschleißerkrankungen der HalswirbelsĂ€ule begĂŒnstigen.

Dieser Effekt wird bei der Rotation des Kopfes noch verstĂ€rkt, da zusĂ€tzlich ScherkrĂ€fte auf die Bandscheibe wirken. Bestimmend fĂŒr die kritische Reaktion auf die Belastung sind neben der persönlichen Konstitution der Auslenkungswinkel und die Dauer der Auslenkung. Deshalb sollte die dauerhafte Belastung durch Auslenkung des Nackens auf ein Minimum begrenzt bzw. durch regelmĂ€ĂŸige Pausen unterbrochen werden.

Beim Stehen, Gehen und Sitzen gilt es eine gleichmĂ€ĂŸige Verteilung der Bewegungsarten zu erreichen, um etwaige Beschwerden zu vermeiden. Es kann zu einer Überbeanspruchung des Muskel-Skelett-Systems kommen, wenn eine der Bewegungsarten einen zu hohen zeitlichen Anteil aufweist.

Ein lang anhaltendes oder dauerhaftes Stehen ist zu vermeiden. Eine Unterbrechung durch regelmĂ€ĂŸige Pausen ist anzustreben.

Beim Fliegen durch extreme Hell-/Dunkelzonen kann es zu ungenĂŒgender Hell-Dunkel-Adaption des Auges kommen. Neben Sicht- bzw. Augenproblemen kann dies auch zu UnfĂ€llen fĂŒhren.

Beim Fliegen im Outdoorbereich ist darauf zu achten, dass die Sonne möglichst hinter der steuernden Person steht. Der Einsatz von SchirmmĂŒtzen oder Sonnenbrillen ist zu empfehlen. Des Weiteren sollte dem Wetter entsprechende Kleidung getragen werden.

Die Darstellung des Kontrollbildschirms sollte folgenden Anforderungen entsprechen:

  • Die dargestellten Zeichen sind scharf, deutlich und ausreichend groß.
  • Die Leuchtdichte (Helligkeit des Bildschirms) und der Kontrast zwischen Zeichen und Zeichenuntergrund auf dem Bildschirm sind einfach einstellbar und können den VerhĂ€ltnissen der Arbeitsumgebung angepasst werden.
  • Der Bildschirm ist fĂŒr die Nutzung bei hohen BeleuchtungsstĂ€rken ausgelegt (beispielsweise im Außenbereich an sonnigen Tagen).
  • Der Kontrast zwischen den Zeichen und dem Zeichenuntergrund liegt mindestens bei 4:1.
  • Das Bild ist stabil und frei von Störungen.

Es ist darauf zu achten, dass der Bildschirm eine matte und entspiegelte OberflÀche besitzt.

 

Je nach AusfĂŒhrung und Ausstattung (z. B. mit und ohne Bildschirm) der Steuereinheit einschließlich Batterie/Akku hat die Bedienperson des Multikopters ein entsprechendes Gewicht in ihren HĂ€nden zu halten und zu tragen. Um sich vorrangig auf die Steuerung des Multikopters zu konzentrieren, ist es empfehlenswert, die Steuereinheiten zusĂ€tzlich mit entsprechenden Haltegurten oder Tragegurten zu versehen.

Mit einer ergonomischen und haptischen Gestaltung der Steuereinheit und ihrer Bedienelemente kann darĂŒber hinaus Bedienfehlern und damit gefĂ€hrlichen Flugsituationen vorgebeugt werden.

Hinweis
Der Text wurde grĂ¶ĂŸtenteils den Ziffern 6 und 8 der DGUV Information 208-058, Sicherer Umgang mit Multikoptern (Drohnen), Juli 2020 entnommen

Stand: 02/2024
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